Die Bedeutung korrekter Tabelleneinbindung
Verständlichkeit ist das wichtigste Gütekriterium deiner wissenschaftlichen Arbeit. Abbildungen und Tabellen vermögen komplexe Sachverhalte übersichtlich darzustellen. „Sie können aber auch einen miserablen Eindruck verstärken oder erst entstehen lassen.“ [1] Grafiken und Abbildungen sollten insgesamt als Chance verstanden werden. Denn sie erleichtern das Verständnis, schaffen Kontext und du beweist, dass du Datenmaterial zielführend aufbereiten und inhaltlich reflektieren kannst.
In diesem Ratgeberartikel lernst du, Tabellen und Abbildung zielführend einzusetzen, richtig zu formatieren und inhaltlich korrekt einzubinden. Du kannst eine Checkliste gratis downloaden, damit auch die Einbindung von Zahlenmaterial und Diagrammen in deiner Abschlussarbeit gelingt. Ein FAQ rundet diesen Beitrag ab.
Abbildungen oder Tabellen sollen das Lesen deiner Arbeit nicht nur auflockern, sondern den Themenbezug herstellen. Dieser muss aber oftmals erst erarbeitet, d.h. grafisch oder tabellarisch dargestellt werden. Deshalb gehören Tabellen, Diagramme oder Bilder, die Informationen im Hauptteil deiner Bachelorarbeit nur ergänzen, in den Anhang.
Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass sich in Abbildungen und Tabellen bei der Herstellung des Themenbezuges nicht nur die Wichtigkeit, sondern die Mächtigkeit deiner Aussagen offenbart. Das klingt sehr inbrünstig, ich weiß. Doch exakt danach wirst du bewertet werden.
Die folgenden drei Beispiele veranschaulichen dies stufenweise. Der Schwerpunkt wird auf den Inhalt gelegt.
Beispiel 1: Mangelnder Themenbezug
Stellen wir uns eine fiktive Masterarbeit zum Thema Mobbing an österreichischen Schulen vor. Schwerpunkte sind Geschlechtsspezifität und Mediennutzung. Nach einiger Recherchearbeit konntest du die HBSC-Studie (Quellenangabe: Felder-Puig et al.) [2] mit relevanten Kennwerten finden.
Obiges Negativbeispiel zeigt mehrere Defizite:
- Kontext-Problem: Thematisch passt die Tabelle zwar in die Masterarbeit. Die Schwerpunkte Geschlechtsspezifität und Mediennutzung werden in den Ausführungen aber ignoriert. Es liegt in deiner Hand, thematische Verbindungen herzustellen. Erst dies lässt Tabelleninformationen im Kontext deiner Arbeit wertvoll werden.
- Nacherzählungs-Problem: Die Tabelle wird „nacherzählt“. Dies ist völlig unangemessen, denn deine Leser können lesen. Der inhaltliche Bezug zwischen Text und Tabelle bzw. Abbildung sollte nicht nur rein deskriptiv sein oder sich in einem Quasi-Vorlesen erschöpfen. Zugleich kann dies als mangelnde wissenschaftliche Ausdrucksweise gewertet werden.
- Dopplungs-Problem: Das Nacherzählen macht die Tabelle überflüssig, denn Informationen werden redundant kommuniziert: einmal im Text, einmal in der Tabelle selbst. Im vorliegenden Fall hätte die Tabelle ergänzend in den Anhang gehört.
- Teilbeschreibungs-Problem: Nur ein Teil der Tabelle – der linke – wird beschrieben. Auf den rechten wird nirgends eingegangen.
- Kopieren-Defizit: Die Tabelle wurde aus der Ursprungsquelle kopiert. Dies ist zwar weder falsch noch ein Plagiat, sofern die Quelle korrekt angegeben wird. Bloßes Kopieren einer Tabelle (die beispielsweise in Word rasch eigenhändig erstellt werden kann) kommt bei vielen Dozenten nicht gut an, sie interpretieren Desinteresse. Zudem ist der Screenshot verpixelt.
- Kapitelabschluss-Defizit: Schließt ein Kapitel mit einer Tabelle oder Abbildung, ist auch dies problematisch. Denn wer den Text gelesen hat, dem wird noch eine Tabelle „hinterhergeschmissen“.
Deskriptive, völlig kontextlose Darbringung von Informationen, gepaart mit einem mangelnden wissenschaftlichen Sprachstil, ist leider sehr häufig in Master- oder Bachelorarbeiten vorzufinden. Diese Problematik umfasst übrigens nicht nur die Integration von Abbildungen und Tabellen in deine Arbeit, sondern den allgemeinen Umgang mit Entlehnungen, wie er häufig bei Paraphrasen vorzufinden ist.
Beispiel 2: Beschreibende Verdeutlichung
Bereits optisch sieht das folgende Beispiel durch die selbst erstelle Tabelle klarer und übersichtlicher aus. Auch inhaltlich wurden einige Bezüge hergestellt.
Diese Form der Darbietung weist mehrere Vorteile auf:
- Inhaltlicher Bezug: Bereits im Eingangssatz setzt die Aussage „am häufigsten“ einen Anker für deine Leser. Erstens wird deren Hauptaugenmerk auf die Spalte der Schulstufe 7 gelenkt. Zweitens beweist du, dass du Daten inhaltlich interpretieren kannst.
- Trenderkennung: Auch durch den Satz, „dass Cybermobbing in höheren Klassenstufen seltener auftritt“, zeigst du ein thematisch ausgerichtetes Interpretationsvermögen.
- Weiterer inhaltlicher Bezug: Durch die Aussage, dass „Mädchen und Burschen gleichermaßen“ betroffen seien, rekurrierst du auf einen Teil deines Themas Geschlechtsspezifität.
- Klare Darstellung: Durch das Erstellen der Tabelle in Word zeigst du Engagement, alles ist klar erkennbar.
- Deutlicher Fokus: Du präsentierst nur jene Daten, die für das Verständnis (zumindest hier) relevant sind.
- Einbindung: Du schließt das Kapitel nicht mit einer Tabelle.
Die Darstellung zeigt jedoch auch Defizite:
- Unklare Einordnung: Die Aussage, dass „Mädchen und Burschen gleichermaßen“ betroffen seien, meint, dass die Kennwerte in der Spalte „Schulstufe 7“ am höchsten sind. Tatsächlich könnte der Satz missverstanden werden, nämlich dass Mädchen und Burschen in gleicher Intensität (d.h. mit gleicher Kennzahl) von Cybermobbing betroffen wären. Diese Lesart ist jedoch falsch, was erst durch Sichtung der Kennwerte klar wird.
- Abschweifen: Die Aussage, dass die Gründe „in Zahlenwerten nicht ersichtlich“ werden, ist eher eine allgemeine Diskussion darüber, wie quantitative Kennwerte hinsichtlich ihrer Qualität bzw. Aussagekraft einzuordnen sind. Deshalb wäre es anstelle dieses Satzes hilfreich gewesen, weitere Informationen aus der HBSC-Studie heranzuziehen.
- Nur teilweiser Themenbezug: Das Thema „Mediennutzung“ wird nicht behandelt.
Vor allem durch das Setzen von Orientierungsankern und das Erkennen von Trends schafft die Gesamtdarstellung, zumindest teilweise, Themenbezüge und führt den Leser inhaltlich. Der eigene Tabellenentwurf wertet die Eigenleistung zusätzlich auf. Unklare und unpassende Aussagen erschweren jedoch das Verständnis.
Beispiel 3: Visualisierung komplexer Zusammenhänge
Im folgenden Beispiel wurde die Tabelle grafisch aufbereitet. Die Übersicht bezieht sich damit nicht auf bloße Zahlenwerte, sondern ermöglicht das Identifizieren von Trends. Das Verständnis ist also auf das Erkennen von Zusammenhängen ausgerichtet.
Diese Aufbereitung bietet ausschließlich Vorteile:
- Durchdachtes Konzept: Wie die einzelnen Datenwerte miteinander korrespondieren, wird inhaltlich und optisch deutlich.
- Vernetzte Darstellung: Deine Grafik sowie deine Ausführungen stehen nicht wie aneinandergereihte Blöcke isoliert hintereinander. Themenbezüge werden optisch erkennbar und in Ausführungen strukturiert geknüpft. Durch die Verweise („siehe Kapitel …“) erhalten Lesende eine zusätzliche Führung.
- Sachgemäße Fokussierung: Es wurde nur das beschrieben, was zielführend ist.
- Zielführende Aufbereitung: Die Darstellung beweist, dass du dich mit Inhalten auseinandergesetzt, mit Daten gearbeitet und ein Diagramm eigenhändig erstellt hast. Dies zeugt von Interesse und Engagement.
- Weiterführende Informationen: Die Datentabelle als Anhang beizufügen und darauf zu verweisen, schafft Transparenz, sichert wissenschaftliche Integrität und unterstreicht deine Umsicht.
- Synthetisierung: Du zeigst, dass Rohdaten nicht zwangsläufig passende Erkenntnisse liefern. Zudem stützen quantitative Befunde qualitative Erkenntnisse.
- Wissenschaftliches Denken: Daten werden nicht nur gezeigt, sondern gedeutet.
- Inhaltliche Einordnung: Zur Einordnung wird eingangs bereits erwähnt, dass die Daten der HBSC-Studie entnommen sind.
Das Beispiel demonstriert, dass eine geschickte Aufbereitung von Daten und eine vernetzte Gesamtdarbringung helfen, Muster zu erkennen. Insbesondere können Lesende Trends optisch wahrnehmen. Im obigen Beispiel ist die Geschlechtsspezifität durch den Abstand der roten zur blauen Linie visualisiert. Ebenfalls ist leicht erkennbar, dass es in der siebten Schulstufe die meisten Cybermobbing-Täter*innen gibt.
Auch können Sachverhalte, die nicht unmittelbar dem ursprünglichen Datenmaterial zu entnehmen sind, aufbereitet sichtbar werden. So wird im konkreten Beispiel deutlich, dass das Alter der Medienbenutzenden mit Cybermobbingattacken korreliert.
Einarbeitung in Datenmaterial lohnt sich für dich. Denn thematisch aufbereitete Diagramme zeigen mehr Kontext, führen zur leichteren Interpretation und zur besseren Bewertung deiner Arbeit. Lass deine Informationen mächtig werden!
Der Bezug zur Forschungsfrage
Die Auseinandersetzung mit Tabellen und Quellen ist essenziell für dein wissenschaftliches Werk. Du kannst bestehendes Datenmaterial nutzen oder deine eigenen erhobenen Werte präsentieren. Bindest du Inhalte aus Abbildungen und Tabellen thematisch korrekt in den Kontext deiner Bachelor- oder Masterarbeit ein, untermauerst du deine Argumentation und deine Forschung wird schlüssiger. Beschreibe deshalb zuerst die Ergebnisse [3]. Tabellen ohne jeglichen Themenbezug in deine Arbeit einzubringen ist demzufolge sinnlos und sollte unterlassen werden.
Bedenke, dass sich deine Forschungsfragestellung in einem Forschungsfeld bewegt [4]. Deine Forschung war demzufolge facettenreich und du hast sicher mehr als nur eine einzige Zahl oder eine kurze Aussage als Ergebnis. Daten müssen stets einen Beitrag dazu leisten, deine Forschungsfrage beantworten zu können [1]. Wähle also mit Bedacht aus, welche Daten du tabellarisch oder grafisch darstellst.
Ein sinnvoller Bezug von Grafiken und Tabellen zum Forschungsgegenstand kann nur gewährleistet werden, wenn sämtliche Messergebnisse und ‑instrumente nachvollziehbar sind [5]. Dies erweitert damit den Blick auf deine gesamte Arbeit: Zum einen solltest du im Theorieteil bereits eine Sachanalyse getätigt haben, um deinen Forschungsgegenstand mit seinen Merkmalsträgern definiert und abgegrenzt zu haben. Zum anderen sollte dein Forschungsdesign plausibel und nachvollziehbar sein. Allein deshalb ergibt es Sinn, eine empirische Forschung erst nach bestehendem Theorieteil durchzuführen und Ergebnisse erst am Ende darzustellen, damit Bezüge klarer herausgearbeitet werden können.
Bezüge bei Abbildungen herstellen
Methodenliteratur empfiehlt, nur dann eine Grafik einzubinden, wenn sie vorher „auseinandergenommen“ [1] wurde: Statt einem Screenshot einer Internetseite wird beispielsweise empfohlen, die einzelnen Segmente zu analysieren, damit dadurch der Mehrwert sichtbar wird – sofern dies zur Beantwortung der Forschungsfrage beiträgt. Statt einem Foto einer prominenten Person ist eine Präsentation ihrer wichtigsten Veröffentlichungen oder Produktentwicklungen sinnvoller. Statt eine Sache zu fotografieren, können (Explosions-)Zeichnungen – je nach Zielsetzung – einen Mehrwert bieten. [1]
Zudem müssen sämtliche Abbildungen in einem Abbildungsverzeichnis und Tabellen in einem Tabellenverzeichnis stehen. [1] [4] [5] [6]
Das perfekte Zusammenspiel
„Hier ist die Grafik, da ist der Text“ ist die völlig falsche Haltung im Umgang mit Abbildungen oder Tabellen. Tatsächlich korrespondieren beide Elemente miteinander und bestenfalls ergänzen sie einander [5]. Deshalb ist es wichtig, dass du Abbildungen sowie Tabellen mit einem Text einleitest und niemals unmittelbar unter eine Kapitelüberschrift stellst [1].
Schreibst du eine Arbeit, in der du Sachverhalte überwiegend qualitativ darlegst – wie es in den Sozialwissenschaften der Regelfall ist –, dann stellt sich die Frage, ob du quantitatives Datenmaterial, und damit auch Tabellen oder Diagramme, zu Beginn oder zu Ende des Theorieteils darbringst.
Auch hier ist es sinnvoll, dass die Struktur deiner Abschlussarbeit vor dem Schreibprozess durchdacht wurde. Wissenschaftliches Arbeiten heißt Beweisführung; es macht einen Unterschied, ob quantitatives Zahlenmaterial vorgestellt wird und eine Argumentation darauf aufbaut oder ob eine Tabelle am Ende des Theorieteils ergänzend eingebunden wird und die Argumentation stärkt.
Oft werden quantitative Befunde bzw. Studienergebnisse in sozialwissenschaftlichen Arbeiten am Ende des Theorieteils präsentiert. Denn hier unterstreichst du die Richtigkeit der vorangegangenen Ausführungen. Wird hingegen bereits eingangs ein Kapitel namens „Literaturstand“, „Literaturreview“ oder „State of the Art“ erwartet, kannst du quantitatives Material bereits hier ins Feld führen. Beachte auch in diesem Kapitel, dass zum Verständnis eine inhaltliche Strukturierung wichtig ist.
Checkliste für Tabellen und Abbildungen in deiner wissenschaftlichen Arbeit
Formales
- Beschriftungen sind vorhanden und präzise.
- Tabellen wurden mit einer Beschriftung oberhalb versehen, Abbildungen mit einer Beschriftung unterhalb.
- Die Nummerierung ist fortlaufend.
- Sofern enthalten, wurde auf Anhänge im Text verwiesen; fortlaufend mit A, B, C … (oder 1, 2, 3 …) und die Inhalte finden sich auch tatsächlich so im Anhang.
- Der Zitierstil wurde eingehalten (Einheitlichkeit bzw. nach Vorgabe).
- Quellen stehen auch als Komplettangabe im Literaturverzeichnis.
- Lesbarkeit ist sichergestellt: Grafiken oder Diagramme sind nicht verpixelt.
- Seitenränder wurden nicht überschritten.
- Der Seitenrand wurde eingehalten.
- Sämtliche Tabellen stehen im Tabellenverzeichnis.
- Sämtliche Abbildungen stehen im Abbildungsverzeichnis.
- Seitenangabe in den Verzeichnissen ist korrekt (Word: Verzeichnisse aktualisieren).
- Gesamtseitenzahl der Arbeit wurde beachtet unter Einbeziehung der Tabellen und Abbildungen.
Inhaltliches
- Sämtliche Zahlen und sonstige Daten sind korrekt übernommen.
- Daten sind insgesamt plausibel und inhaltlich entsprechend aufbereitet.
- Der Erkenntniswert ist deutlich.
- Die Auswahl der Daten ist angemessen und nicht irreführend.
- Es ist nichts doppelt dargestellt.
- Abbildungen, Tabellen, Grafiken und Diagramme sind nur zum unmittelbaren Themenbezug eingebracht.
- Bildsprache passt zu Diagrammtyp (z.B. Zeitverläufe nicht als Tortendiagramme; qualitative Daten nicht als Balkendiagramme).
- Achsen, Symbole und Legenden sind eindeutig.
- Einheiten (wie €, %, kg etc.) und Achsenbezeichnungen sind korrekt angegeben und nicht vertauscht.
- Tabellen oder Abbildungen sind mit Text eingeleitet und stehen nicht direkt unter einem Gliederungspunkt.
- Ergänzte logische Zusammenhänge, wie Trendlinien etc. sind fachlich richtig.
- Inhaltlich Ergänzendes steht im Anhang, nicht im Textteil der wissenschaftlichen Arbeit.
- Quellen sind inhaltlich richtig angegeben.
- Auf übermäßig viele Diagramme und Abbildungen wurde verzichtet.
- Allgemeine Sachverhalte wurden nicht grafisch dargestellt (z.B. 56 % weiblich, 44 % männlich).
- Text in Abbildungen beinhaltet keine Komma- oder Tippfehler.
- Tabellen oder Grafiken wurden nicht zum „Platzschinden“ eingebunden.
FAQ zu Tabellen und Abbildungen in Bachelorarbeiten
Eine gute Datenvisualisierung geht über das reine Layout von wissenschaftlichen Arbeiten hinaus. Hier verschmelzen Formales und Inhaltliches. Die häufigsten Fragen und Antworten findest du hier:
Was ist der Sinn von Abbildungen oder Tabellen in der Bachelorarbeit?
Müssen in meiner Bachelorarbeit Abbildungen oder Tabellen sein?
Wo soll ich Abbildungen oder Tabellen einbinden?
Wie viele Abbildungen oder Tabellen sollten in der Bachelorarbeit sein?
Hast du eine Forschung durchgeführt und präsentierst im empirischen Teil deine Befunde bzw. Ergebnisse, finden sich dort oftmals zahlreiche Tabellen und Diagramme. Beschränke dich deshalb auf die Darstellung des Wesentlichen.
Ab wie vielen Abbildungen oder Tabellen muss ich ein Abbildungs- bzw. Tabellenverzeichnis anlegen?
Zählen Abbildungen oder Tabellen zur Gesamtseitenzahl der Bachelor- oder Masterarbeit?
Rechenbeispiel: Sind beispielsweise 4 Abbildungen und 2 Tabellen in deiner Bachelorarbeit, die – zusammengenommen! – 4 Seiten lang sind, dann darfst du sie zu der erwarteten Seitenzahl zumeist addieren. Soll deine Bachelorarbeit beispielsweise 40 Seiten (+/-10% = 36 bis 44 Seiten) enthalten, dann darf sie – plus diese 4 Seiten! – auch 48 Seiten maximal umfassen.Du kannst mit der Einbindung oder dem Weglassen von Abbildungen weder Platz „verlieren“ noch „gewinnen“. Beachte unbedingt die Vorgaben zum wissenschaftlichen Arbeiten deiner Hochschule (Leitfaden).
Darf ich für eine Abbildung oder Tabelle den Seitenrand überschreiten?
Wie kann ich in meiner Bachelorarbeit Abbildungen und Tabellen formal richtig einbinden?
Näheres regelt der Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten deiner Hochschule.
Wann schreibe ich bei einer Tabelle oder Abbildung „in Anlehnung an“?
| Kopie oder Scan | Müller, 2025, S. 97 |
| Originalgetreu übernommen bzw. nachgezeichnet | Müller, 2025, S. 97 |
| Leicht verändert, gekürzt oder Begriffe ausgetauscht | Modifiziert nach Müller, 2015, S. 97 |
| Übernahme mit inhaltlich-konzeptionellen Änderungen | In Anlehnung an Müller, 2025, S. 97 |
| Mehrere Abbildungen oder Tabellen zusammengefasst | In Anlehnung an Müller, 2025, S. 97; Schmidt, 2024, S. 15 |
| Eigene Abbildung aus vorhandenen Daten erstellt | Eigene Abbildung nach Müller, 2025, S. 97 |
| Eigene Abbildung ohne weiteren Bezug erstellt | Eigene Abbildung |
Muss ich eine kopierte oder fotografierte Tabelle als Abbildung deklarieren?
Darf ich in Diagrammen auch Farben verwenden?
Beachte bei der farblichen Gestaltung zwei Regeln:
- Zahlen und Buchstaben sollten in kräftigen Farben dargestellt werden, damit sie zu erkennen sind.
- Für Hintergründe und Schraffuren reichen schwache Farbtöne, damit die Inhalte leserlich bleiben.
Muss ich Tabellen oder Abbildungen nach APA zitieren?
Generell gilt auch für Tabellen und Abbildungen, dass diese so zitiert werden, wie andere Entlehnungen auch. Die Beschriftungen bei Tabellen oberhalb bzw. bei Abbildungen unterhalb müssen korrekt zitiert sein und im Literaturverzeichnis stehen.
Warum sind das Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis wichtig?
Gilt das Urheberrecht bei Verwendung fremder Abbildungen und Tabellen?
Da Studienarbeiten, d.h. Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten, nicht öffentliche Arbeiten sind, genießt das Problem der Urheberrechtsverletzung keine praktische Relevanz. Es drohen also keine juristischen Konsequenzen. Schreibst du deine Abschlussarbeit hingegen in einem Unternehmen, dann können insbesondere Kennzahlen, Diagramme aus internen Daten oder Aussagen von Mitarbeitenden sensibel sein. Achte in diesem Fall unbedingt darauf, dass deine Arbeit mit einem Sperrvermerk versehen ist.
Gemeinfreie Werke sind solche, deren Autor mehr als 70 Jahre verstorben ist; auch amtliche Werke sind gemeinfrei. Solche darfst du auf jeden Fall nutzen, sofern du die Quelle angibst.
Fotografien mit einer Creative-Common-Lizenz (CC-Lizenz) darfst du jederzeit nutzen und sogar verändern. Auch hier gilt, dass du den Urheber angeben musst.
Soll ich alle Zahlen als Diagramm aufbereiten?
Wie kann ich Forschungsergebnisse am besten visualisieren?
Möchtest du große Datenmengen visualisieren, solltest du vorab eine Skizze anlegen und dann erst ein komplexes Diagramm erstellen. Damit sparst du Zeit und beugst Überarbeitungen vor.
Muss ich eine Tabelle komplett darstellen, wenn ich nur gewisse Werte daraus brauche?
Ich habe eine eigene empirische Forschung durchgeführt. Wohin mit meinen Rohdaten?
Diagramme in deiner Arbeit beinhalten demnach thematisch zielgerichtete und aufbereitete Daten. Ihre Herkunft muss eindeutig nachvollzogen werden können. Hier ist ein Verweis zu den Rohdaten im Anhang obligatorisch.
Ich habe eine Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring getätigt. Muss ich das große Ablaufmodell als Grafik einbringen?
Selbst wenn dein Dozent erwartet, dass du eine allgemeine Erklärung der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring tätigen sollst, gehört das Ablaufschema in den Anhang. Du solltest es jedoch als Fließtext beschreiben.
Gemeint ist folgendes Buch:
Mayring, Philipp (2022): Qualitative Inhaltsanalyse – Grundlagen und Techniken (13. Aufl.). Weinheim/Basel: Beltz [S. 61, 85, 90, 97, 105, 106].
vgl. auch:
Mayring, Philipp (2015): Qualitative Inhaltsanalyse – Grundlagen und Techniken (12. Aufl.). Weinheim/Basel: Beltz [S. 62, 86, 91, 98, 100, 104-105, 107].
Wie interpretiere ich Diagramme richtig?
Möchtest du nur einzelne Werte aus einem Diagramm nutzen, beschreibe erst den Forschungskontext, aus dem die benötigten Daten stammen. Gehe dann auf die Daten im Speziellen ein.
Dieses Vorgehen ist umso wichtiger, falls du vorhandene Daten mit deinen eigenen Werten zusammenführen solltest. Die Übernahme von Daten gefährdet deine eigene Studie, sofern sie mit deinen Befunden unreflektiert zusammengeführt werden.
Professionelle Unterstützung bei Tabellen und Abbildungen
Haben dich die obigen Beispiele ins Grübeln gebracht? Hast du weitere Fragen? Dann kontaktiere mich noch heute und wir überlegen im Rahmen einer wissenschaftlichen Beratung, wie wir einen Sachverhalt am anschaulichsten visualisieren oder deine Daten am zielführendsten aufbereiten können. Die Beispiele beweisen, dass wissenschaftliche Beratung inhaltlich mehr als Nachhilfe leistet.
Fällt dir die Arbeit mit Tabellen und Abbildungen im Allgemeinen schwer? Auch dann solltest du nicht zögern, den Kontaktieren-Button zu betätigen. Denn in der korrekten Interpretation und Integration von Tabellen und Abbildungen offenbart sich dein wissenschaftliches Know-how.
______________
[1] Oehlrich, Marcus (2019): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben. (2. Aufl.), Berlin: Springer Gabler.
[2] Felder-Puig, Rosemarie; Teutsch, Friedrich & Winkler, Roman (2023): Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülerinnen und Schülern. Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2021/22. Wien: BMSGPK. Abrufbar unter: https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:0f4973f8-dc8b-4227-9e64-c76cec64b343/2018%20HBSC-Bericht%20mit%20Alternativtexten_final.pdf [16.05.2025]
[3] Schütz, Marcel & Röbken, Heinke (2016): Bachelor und Masterarbeiten verfassen. Wiesbaden: Springer Gabler.
[4] Klewer, Jörg (2016): Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten. Berlin/Heidelberg: Springer.
[5] Disterer, Georg (2019): Studien- und Abschlussarbeiten schreiben. (8. Aufl.), Berlin/Heidelberg: Springer.
[6] Rettig, Heike (2017): Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. Stuttgart: J.B. Metzler.





