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Mache ich am Ende
„Ojemine, wird knapp!“
Im kostenlosen Erstgespräch scrollte Markus per Bildschirmfreigabe durch seine Thesis und kommentierte: „Deckblatt füge ich am Ende ein… Inhaltsverzeichnis ist noch nicht formatiert, mache ich am Ende… Abkürzungsverzeichnis… hm… ich dachte, dass ich das am Ende machen kann, … eh… Abbildungs- und Tabellenverzeichnis auch! … Hier fehlen Quellenangaben; ich dachte, ich suche die am Ende schnell… tja… Fazit ist eigentlich nur Zusammenfassung, muss ich noch formulieren… Literaturverzeichnis schreibe ich am Ende… ja… eh… Anhänge müssen noch eingefügt werden. Ich dachte, das könnte ich am Ende machen… und dann noch ein Lektorat.“
Die To-do-Liste war riesig und umfasste Formales sowie Inhaltliches. „Am Ende“ war zum einen Markus selbst, zum anderen die Bearbeitungszeit – denn übermorgen war Abgabetermin.
„Das wird stressig“, schlussfolgerte Lorenz und ergänzte vorwurfsfrei: „Wir kriegen das hin.“ Sie gingen dann organisiert und arbeitsteilig vor: Formatierungen übernahm Lorenz, Inhaltliches Markus. Das Lektorat leistete der erfahrene Berater in den Stunden vor der Abgabe.
Schlussarbeiten und Kleinkram kosten oft mehr Zeit als gedacht. „Wenn du einen Fehler siehst, korrigiere ihn sofort. Trage Abkürzungen direkt ins Verzeichnis ein und arbeite in einer vorformatierten Mustervorlage.“ Markus weiß das jetzt.
Kennst auch du Hektik, Hetze, Überhast?
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Mayring-Besäufnis an Karneval
„Ansonsten Kuckartz.“
Wissenschaft und Party – wie passt das zusammen? Eine offensichtliche Verbindung besteht in der Abwechslung, die sich Studierende beim Arbeiten gönnen sollten. Denn Feiern heißt Auftanken – im doppeldeutigen Sinne.
Bechern mit Mayring und Kuckartz – das wär’s doch! Die qualitative Inhaltsanalyse könnte eigentlich auch beim Trinken angewendet werden. Das blitzte mir an der Theke zu vorgerückter Stunde, gedankenversunken über die anstehenden Karnevalstage, durch meine Synapsen.
Denn geschenkte Getränke an Karneval lassen sich nicht ohne Weiteres in vorgefertigte Kategorien einsortieren. Bei der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz werden Hauptkategorien häufig aus Forschungsfrage bzw. Leitfaden vorläufig abgeleitet; als wenn sie gezielt bestellt worden wären. Anschließend werden die Hauptkategorien am Material weiterentwickelt, z. B. durch induktiv gebildete Unterkategorien.
Bei Mayring sind – je nach Analyseform – sowohl deduktive Kategorienanwendung (mit Kodierregeln/Kodierleitfaden) als auch induktive Kategorienbildung am Material üblich; häufig werden beide Vorgehensweisen kombiniert. Kategorien werden dabei im Verlauf geprüft, ergänzt und präzisiert.
Methodisches Arbeiten bedeutet stets, übergeordnet zu denken: Erst Logik, dann Inhalte. Zu einer sinnvoll geplanten Forschungsarbeit gehören damit Überlegungen zur allgemeinen Vorgehensweise, zur Denkrichtung und Datenerhebung.
Was Mayring, Kuckartz, Karneval und Getränke gemein haben, erfährst du hier – in nicht mal zwei Klicks. Hicks.
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Präsentationschaos
„Folien, Folien, voll voll.“
Voller Sorge rief Jana zu Lorenz an. „In zehn Tagen muss ich mein Kolloquium halten. Aber wie präsentiere ich?“ Sie bat um einen kurzfristigen Termin.
Noch am selben Tag trafen sie sich per Zoom und der Fehler war schnell identifiziert: Die erstellten Folien waren hoffnungslos überladen. Jana präsentierte nicht, sondern las vor.
„Folien bieten Orientierung durch Stichpunkte.“ stellte Lorenz klar. „Du selbst lässt die Inhalte lebendig werden.“ – Jana hakte ein: „Können wir einen Text erarbeiten, den ich ablese?“ – „Das wirkt nicht authentisch. Du bist Expertin und solltest flexibel vortragen.“
Zunächst reduzierten sie die Langtexte auf Stichpunkte. „Hm…“ seufzte Jana, „…in meiner Bachelorthesis ist das anders.“ Deshalb bauten sie die Präsentation neu auf – diesmal konsequent aus der Arbeit heraus, aber aus der Zuhörerperspektive.
Jana konnte sich damit identifizieren, dennoch war alles ungewohnt. Beim Einüben wandte Lorenz deshalb einen didaktischen Kniff an: Er simulierte typische Dozentenfragen, noch bevor Jana präsentierte. Sie lernte, gezielt auf Inhalte und Folien zu verweisen.
Jana bestand ihr Kolloquium bravourös – und wird Präsentationen künftig nicht mehr scheuen.
Ebenfalls präsentieren wird sich das kommende Jahr. Es wird aus zahlreichen Inhalten und offenen Fragen bestehen.
Hast du schon Antworten für die kommenden 12 Folien?
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