Unverzichtbar: Die Methodik
Methodisches Vorgehen für die Bachelorarbeit lässt sich in zweifacher Hinsicht beschreiben: Zum einen muss die gesamte Bachelorarbeit systematisch geplant und wissenschaftlichen Standards entsprechend aufgebaut und formuliert sein. Zum anderen wirst du mindestens eine wissenschaftliche Methode anwenden, um deine Forschungsfrage zu beantworten.
Dieser Beitrag klärt die Frage, was genau eine methodische Vorgehensweise auszeichnet und wie du für deine Bachelorarbeit Themen finden kannst, die sich mithilfe einer bestimmten Methodik beantworten lassen.
Was ist eine methodische Vorgehensweise?
Als „methodisch“ wird im Allgemeinen ein planmäßiges und systematisches Vorgehen bezeichnet. Diese Art der Herangehensweise ist auch in einer wissenschaftlichen Arbeit erforderlich, insbesondere bei deiner Abschlussarbeit. Oft herrscht Verwirrung, da der Begriff „Methodik“ gleich zweimal verwendet wird.
Aufbau deiner Arbeit (Methodisches Vorgehen)
Bereits im ersten Kapitel deiner Arbeit beschreibst du, wie deine Arbeit aufgebaut ist. Dies ist mehr als eine „Nacherzählung“ des Inhaltsverzeichnisses. Du solltest darlegen, welche Logik deiner Arbeit zugrunde liegt. Im Wesentlichen kann deine Arbeit deduktiv oder induktiv sein.
- Deduktiv bedeutet, dass du vom Allgemeinen zum Besonderen schließt. Damit testest du bestehende Theorien oder Hypothesen. Demzufolge werden hierbei kaum neue Erkenntnisse gewonnen.
- Induktiv heißt, dass du vom Besonderen zum Allgemeinen schließt. Bei dieser Erkenntnisrichtung führt dein Weg von der Empirie zur Theorie.
Bei der Darlegung des Gesamtaufbaus beschreibst du demnach die Logik deiner gesamten Arbeit und deine Forschung als eine Facette, die sich logisch in den Gesamtaufbau gliedert.
Der Methodikteil (Empirischer Teil)
Dieser Teil, oftmals nur „Methode“ genannt, beschreibt den Teil deiner Arbeit, in dem du deine Forschung tätigst. Dieser folgt immer nach dem Theorieteil. Hier legst du dar, ob deine Forschung qualitativ (z.B. Experteninterview) oder quantitativ (z.B. Online-Fragebogen) ist, oder ob du eine Systematische Literaturrecherche durchführst.
In diesem Teil startest du mit der Beschreibung deines Forschungsdesigns. Du beschreibst also zu Beginn deiner Forschung, was das Forschungsziel ist, wann und wo du die Untersuchung tätigst und mit welcher Methode du Daten erhebst und auswertest. Damit legst du alle Kriterien offen, nach denen deine Studie durchgeführt wird.
Für viele Studierende ist die Bachelorarbeit die erste empirische Arbeit. Entsprechend groß kann die Verunsicherung ausfallen.
Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Grundsätzlich legt der Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten deiner Hochschule oder des Instituts bzw. Fachbereichs, in dem du deine Arbeit schreibst, fest, wie deine Abschlussarbeit formal aufgebaut sein muss. In der Detailbetrachtung umfasst der Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit mehr Elemente in Absätzen, als in der Gliederung als Themen zu lesen sind. Bleibe zielführend bei deinem roten Faden und schreibe inhaltlich, was in der jeweiligen Kapitelüberschrift steht. Verstehe jede Überschrift als programmatische Ankündigung – also enttäusche dein Publikum, deine Leser, nicht.
Wissenschaftliche Arbeiten können hinsichtlich ihrer Logik deduktiv oder induktiv sein, womit der inhaltliche Aufbau entsprechend ausgerichtet ist. Prinzipiell gilt, dass eine Forschung auf die Theorieinhalte abgestimmt sein muss, weshalb jede wissenschaftliche Studienarbeit immer mit einem Theorieteil beginnt.
Optionale Elemente einer Bachelorarbeit können beispielsweise Exposé (als Vorbereitung zur Arbeit), Abstract, Danksagung oder Schweigepflichtserklärung sein. Obligatorisch sind dagegen meist folgende Elemente:
- Deckblatt
- Inhaltsverzeichnis (Gliederung)
- Abbildungs-, Tabellen– und Abkürzungsverzeichnis
- Einleitung
- Theorieteil
- Empirischer Teil
- Auswertung
- Diskussion
- Fazit (mit Ausblick)
- Literaturverzeichnis
- Eidesstattliche Erklärung
- ggf. Anhang
Neben den Ansprüchen an die inhaltliche und sprachliche Ausarbeitung und an das methodische Vorgehen der Bachelorarbeit sind die formalen Vorgaben deiner Hochschule zu berücksichtigen. Diese beinhalten insbesondere Zitationsregeln sowie Vorgaben zur Formatierung deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Methodische Überlegungen zur Bachelorarbeit
Methodik – gleich in welchem Sinne – bedeutet Logik. Bevor du überhaupt mit dem Schreiben beginnst, solltest du folgende Fragen beantworten können:
- Wie kann ich ein geeignetes Bachelor-Thema finden und eingrenzen?
- Welche Zielsetzung verfolgt meine Arbeit?
- Was könnte eine passende Forschungsfrage sein?
- Soll meine Arbeit einer deduktiven oder induktiven Logik folgen?
- Welche Evaluationsmethode ist zur Beantwortung meiner Forschungsfrage geeignet?
- Welchen Aufbau gibt die Hochschule für wissenschaftliche Arbeiten vor?
- Welche formalen Erwartungen existieren für die Gliederung?
- Welche Zitierweise wird erwartet?
- Wie muss das Literaturverzeichnis angelegt werden?
- Welche Formatierungsregeln gibt es?
- Welchen Umfang darf/kann die Bachelorarbeit haben?
- Was gehört in den Anhang?
Idealerweise kannst du den gesamten Prozess vom Formulieren der Forschungsfrage bis zur Auswahl der Methodik bereits mit deiner Betreuungsperson abstimmen. Ist dies nicht der Fall und fühlst du dich von dieser Aufgabe überfordert, kann eine wissenschaftliche Beratung helfen.
Die Logik der Einheitlichkeit
Einheitlichkeit ist äußerst wichtig beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Dieses Prinzip umfasst die Erfüllung formaler Vorgaben und Standards. Punktabzug riskiert beispielsweise jeder, der uneinheitlich zitiert: Beispielsweise wenn mal mit und mal ohne „vgl.“ paraphrasiert wird, wenn bei Quellenangaben im Text gelegentlich ein Komma hinter der Jahreszahl steht und an einer anderen Stelle ein Doppelpunkt, wenn manchmal Seitenzahlen in der Zitation angegeben sind und manchmal nicht.
Das Literaturverzeichnis ist das Eldorado für Fehler. Insbesondere im Hinblick auf die uneinheitliche Angabe und Formatierung von Quellen, lässt sich beispielsweise rekonstruieren, dass diese reinkopiert worden sind. Insbesondere fällt dies dann auf, wenn auch die Schriftarten variieren. Teilweise tauchen im Literaturverzeichnis Quellen auf, die nicht im Text stehen oder umgekehrt, a- und b-Quellen wurden von irgendwoher übernommen, zudem fehlt die alphabetische Reihenfolge.
Die Liste von formalen Uneinheitlichkeiten ist wirklich enorm. Oft sehe ich, dass in Bachelorarbeiten zwei Wortschreibweisen verwendet werden, beispielsweise dass an einer Stelle mal „potentiell“ und anderswo in derselben Arbeit „potenziell“ steht. Dies ist ebenfalls zu vermeiden. Zwar sind laut Duden beide Formen korrekt, aber nicht das Wort ist das Manko, sondern die Uneinheitlichkeit.
Ebenfalls uneinheitlich, beispielsweise nicht alphabetisch sortiert, finde ich oft das Abkürzungsverzeichnis vor. Lektoren gehen übrigens regelmäßig durch die Decke, wenn nicht per Tabstopp, sondern mittels Leerzeichen eingerückt wird.
Zum zielgerichteten, d.h. methodischen Vorgehen, zählt auch die Arbeitsweise. Es bleibt mir unverständlich, weshalb Studierende oftmals simple Tippfehler in der Arbeit belassen, obwohl sie diese sehen, aber weiterschreiben und diese „erst am Ende“ beheben wollen. Dies verstößt gegen jede Logik, denn wenn ein Text bestenfalls fehlerfrei eingereicht werden soll, korrigiert man Fehler doch sofort nach Kenntnis. Je präziser eine Arbeit von vornherein gestaltet wird, desto besser wird das Ergebnis sein. Zudem sparst du Zeit, wenn du beispielsweise jede Quellenangabe sofort alphabetisch korrekt ins Literaturverzeichnis einfügst, als am Ende alles einzeln mühselig richtigrücken zu müssen. Diese Hin-und-Herschieberei von Inhalten ist außerdem eine gigantische Fehlerquelle und ein Zusatzrisiko, das in Kauf genommen wird.
Ist auch deine Arbeit „verrückt“?
Mich kannst du jederzeit nach Feedback fragen, gleich in welcher Phase du dich befindest. Meine wissenschaftliche Beratung unterstützt dich dabei, Inhalte zu strukturieren, insgesamt logisch vorzugehen und auch hinsichtlich der Forschung die richtige Datenerhebungsmethode zu wählen. Kontaktiere mich für ein kostenfreies Erstgespräch oder für ein Lektorat!




